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Initiative gegen Kirchen-Privilegien

Kirchen-Privilegien im Überblick

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  • Privilegien nun auch für die IGGiÖ?

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    Nach allem was man so hört, wird die Novelle des Islamgesetz’ den Status der Islamischen Glaubensgemeinschaft aufwerten, und ansonsten nicht viel bringen. Öffentlich debattiert wird das neue Islamgesetz kaum. Und das ist ein Fehler. 
    Das Islam-Gesetz soll reformiert werden. Was auf den ersten Blick verständlich erscheint – schließlich stammt das geltende Gesetz aus dem Jahr 1912 – entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als reichlich anachronistisches Reformprojekt. Das Islam-Gesetz von 1912 gilt bis heute als eines der fortschrittlichen Gesetze des Habsburger-Reichs. Nach allem was über den aktuellen Reform-Entwurf bisher durchgesickert ist, möchte die Koalition mit der Neuregelung nicht an diesen Fortschrittsgeist anknüpfen.
    So sollen die österreichischen Musliminnen und Muslime unter dem Dach einer allgemeinen und staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft zusammengefasst werden, was de facto nichts anderes bedeuten würde, als die Rolle der bisherigen Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) massiv zu stärken. Das ist problematisch, denn bisher ist nur ein Bruchteil der hierzulande lebenden Musliminnen und Muslime darin organisiert.
    Mit der Einführung von islamischen Feiertagen für muslimische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie von islamischer Seelsorge in Gefängnissen, Kasernen und Krankenhäusern sollen für den organisierten Islam zudem Privilegien geschaffen werden, wie sie bisher nur die christlichen Kirchen genießen. Konservative PolitikerInnen betonen gerne die Win-Win-Situation die sich aus der Verquickung von Kirchen und Staat ergibt. Dass damit Konfessionsfreie und auch Angehörige kleiner, weniger einflussreicher Religionsgemeinschaften diskriminiert werden, scheint kein großes Hemmnis zu sein.
    Im 21. Jahrhundert Gesetze schaffen zu wollen, die Staat und Religion eng miteinander verzahnen, erscheint an sich schon reichlich unglaublich. Umso skurriler erscheint dieses Vorhaben, wenn man bedenkt, dass dahinter auch der Gedanke stehen dürfte, den Islam in die Pflicht zu nehmen, und der Radikalisierung von jungen Gläubigen vorzubeugen. Um den Islamischen Staat unattraktiver zu machen, macht man sich einfach den eigenen Staat ein bisschen Islamischer.
    Als 1912 das Islam-Gesetz in Kraft trat, war Österreich-Ungarn ein bunter Vielvölkerstaat mit einer langen Grenze zum Osmanischen Reich, der auf die Realität des Islam reagieren musste und wollte. Reagiert werden muss auch heute auf die Entwicklungen im Islam und auf dem Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reichs, schließlich tobt dort ein grausamer und religiös motivierter Krieg. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet die besagte IGGiÖ, die offenbar kurz vor ihrer Aufwertung steht, sich nicht inhaltlich mit drängenden Fragen zum Innenleben des Islam auseinandersetzen will. Die IGGiÖ distanziert sich deutlich vom Islamischen Staat, bezeichnet ihn als verbrecherisch und als theologisch illegitim, als wirr und verblendet. Gleichzeitig heisst es in einer aktuellen Presseaussendung: „Wir vermeiden es, IS mit religiösen Argumenten abzuqualifizieren und zwar nicht, weil wir diese nicht hätten, sondern weil wir ihnen mit dem Einstieg in theologische Dispute keinen Anlass zu ihrer Aufwertung geben möchten.“ Wenn der staatlich anerkannte, offizielle Islam, sich nicht mit Extremisten auseinandersetzen mag, wer soll es denn dann tun? Wer soll seinen Einfluss bis in Moscheen hinein geltend machen, wenn es darum geht, der Radikalisierung von Musliminnen und Muslimen vorzubeugen, wenn nicht die islamische Religionsgemeinschaft selbst?
    Die IGGiÖ in Form ihres Präsidenten Fuat Sanac hat unlängst schon ihren Wunsch geäußert, mehr Handhabe bei der Gründung und Kontrolle der Moscheen in Österreich zu erhalten. Bisher gehören rund 250 österreichische Moscheen zur IGGiÖ. Daneben existieren zahlreiche kleine Moscheen außerhalb des Einflussbereichs des Verbands. Nicht selten sind es diese Moscheen, in denen ein radikaler Islam verbreitet wird. Der IGGiÖ würde es gefallen, die Gründung von Moscheen nur unter ihrer eigenen Kontrolle zu ermöglichen. Ein solches Privileg in seiner christlichen Variante genießt bisher nicht einmal die katholische Kirche.
    Die Schaffung staatlicher Privilegien für die Islamischen Glaubensgemeinschaft erscheint vielen als Integrationsmaßnahme. Allerdings kann Integrations-Politik nicht darin bestehen, religiöse Privilegien zu schaffen, die mit einer modernen Auffassung von säkularer Staatlichkeit nichts zu tun haben. Denn religiösen Fanatismus, kann man auf diesem Weg kaum bekämpfen.

  • Missbrauchsprozess Stift Admont: Ist Richter befangen?

    Ablehnungsantrag wurde eingebracht

    (Leoben, Wien, 12.6.14, PUR) Vertuschung von körperlicher und sexueller Gewalt, Täter, die mit Billigung der Kirchenobersten weiterhin in Amt und Würden bleiben und eine kircheneigene “Opferschutzkommission” die mitspielte: Der Fall Admont gewährt tiefe Einblicke in die Missstände der Kirche heute.

    So hatte bereits das Oberlandesgericht Graz das umstrittene Urteil des Leobener Richters im Missbrauchsprozess eines ehemaligen Zöglings gegen das Stift Admont aufgehoben. Der Zögling gibt an, in seiner Kindheit von Mönchen des Stiftes wiederholt ausgepeitscht und vergewaltigt worden zu sein. Der Richter erster Instanz hatte die Klage mit der abenteuerlichen Begründung abgewiesen, dass die Täter im Internat des Stiftsgymnasiums “ausführende Organe des Bundes” waren“ – und damit sei der Staat haftbar, nicht jedoch das Stift oder die Admonter Mönche. Dieses merkwürdige Urteil hat das OLG zurückverwiesen. Jetzt müsste das Verfahren von demselben Richter neue verhandelt werden. Doch genau dagegen wehrt sich Rechtsanwalt Hiebler im Namen des Opfers mit einem Ablehnungsantrag nun: Denn der Richter sei offenbar befangen.

    Stellte Sohn des Richters im Stift Admont seine Malereien aus?

    Der Kläger hat nämlich herausgefunden, dass der Sohn des Richters offensichtlich als Künstler arbeitet und wohl ein besonderes Naheverhältnis zum Stift Admont habe. Er soll vom Stift laut den Recherchen Ehrenpreise erhalten haben und es soll ihm erlaubt worden sein, eine Dauerausstellung im Stift zu platzieren. Einer der Beschuldigten soll die Ausstellung sogar mitorganisiert haben und war auch Internatsleiter und später Gymnasialdirektor des Richtersohnes, diesen Schluss lassen die neuesten Recherchen zu. Einen weiteren Hinweis auf eine mögliche  Befangenheit des Richters liefert ein Gespräch, welches der Kläger nach Schluss der letzten Verhandlung im Verhandlungssaal mitbekommen hat. Der Richter gab im Small Talk an, in einem anderen Benediktiner-Knabenkonvikt maturiert zu haben, und wisse, wie der Alltag in Knabenkonvikten ablaufe und “dass wohl alles nicht so schlimm gewesen sein könne“. „Mit diesen neuen Informationen rund um diesen Richter könnte klar werden, wie es zu einem derart unverständlichen Urteil erster Instanz kommen konnte. Wir verlagen jetzt volle Aufklärung“, sagt Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt.

    Vertuschung und Täterschutz bis zuletzt

    Besonders empörend für Sepp Rothwangl: Bis Prozessbeginn waren die beiden –ursprünglich geständige- Beschuldigten weiterhin in steirischen Gemeinden als Priester aktiv. Heute wohnen sie im Stift Admont.  Und dass obwohl die Vorwürfe den Kirchenobersten seit Jahren bekannt waren – eine Tatsache, die stets bestritten wurde, obwohl sie bewiesen und dokumentiert ist: Kardinal Schönborn wurde jedenfalls schon im April 2010 durch Briefe des Betroffenen über das Ausmaß der Gewalttaten informiert, Bischof Kapellari in einem weiteren detaillierten Schreiben am 26.10.2010. Auch der kircheneigenen Klasnic-Kommission waren diese Vorwürfe schon seit 2010 bekannt, darunter auch die rituellen Auspeitschungen im Rahmen von sexuellen Misshandlungen durch beide Pater. Und das obwohl die Kommission  in den Medien behauptete, der Betroffene hätte keine Angaben zu sexuellen Übergriffen gemacht. Im übrigen gibt es mehrere weitere Betroffene, die sich ebenfalls gemeldet haben. Den aufwändigen Weg der Zivilrechsklage hat bisher jedoch nur einer beschritten. “Wir rufen alle möglichen weiteren Opfer von damals auf, sich zu melden, sie werden unsere volle Unterstützung genießen”, schließt Rothwangl.

    www.betroffen.at

  • Lange Nacht der Kunst gegen Gewalt und Missbrauch 2014

    Die Selbsthilfegruppe Opfersolidarität veranstaltet am 17.06. ab 18 Uhr im Wiener Kulturzentrum &Café 7*Stern die Lange Nacht der Kunst gegen Gewalt und Missbrauch.

    Die Initiative gegen Kirchenprivilegien wird ebenfalls samt (Papp)Kardinal vor Ort sein.

    Langenacht2014

    Lange Nacht der Kunst gegen Gewalt und Missbrauch 2014

    17.06.2014  18h-22h
    Ort Cafe 7 Stern
    Kulturzentrum & Café 7*Stern
    Siebensterngasse 31
    1070 Wienl

     

  • Zwei Jahre Kölner Urteil: Neues Fachbuch heizt Beschneidungs-Diskussion wieder an

    Experten-Allianz klärt erstmals umfassend auf.
    Videointerview “Hinschauen, was Kindern angetan wird.“

    (Göttingen, Wien, 7.5.14, PUR) “Die Religionsfreiheit Erwachsener endet an der Körpergrenze von Kindern”, postuliert Matthias Franz, Universitätsprofessor für psychosomatische Medizin Düsseldorf, im brandaktuellen, von ihm herausgegebenen Buch “Die Beschneidung von Jungen – Ein trauriges Vermächtnis“. Zwei Jahre nach dem Kölner Urteil, das rituelle Beschneidung als Körperverletzung bewertet, legen nun erstmals Betroffene, Ärzte, Juristen, Psychoanalytiker, Politiker, Historiker und jüdische Intellektuelle umfassend die Fakten zur Vorhautamputation dar und plädieren für einen sachlichen Diskurs fernab von klerikalen Machtansprüchen. Sie lassen keinen Zweifel darüber offen, dass “in einer aufgeklärten Welt kein Platz mehr für steinzeitliche Verletzungsrituale ist, wenn dadurch Kinder verletzt werden, die sich nicht frei entscheiden können“, wie der Herausgeber ausführt. In Deutschland lebt die Diskussion zur religiösen Vorhautamputation wieder auf: Gestern fand eine vielbeachtete wissenschaftliche Tagung zum Thema statt: Das Symposium: “Genitale Autonomie: Körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung – von der Theorie zur Praxis“ genitale-autonomie.de
    Für den heutigen Tag ist eine große Kundgebung von Antibeschneidungsaktivisten geplant.
    genitale-selbstbestimmung.de/rednerliste

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  • Beispielhaft: Chicagos Kardinal publiziert Missbrauchsdossier

  • Stift Kremsmünster: Urteil gegen “Pumpgun-Pater” rechtskräftig!

  • Irland: Gewalt gegen uneheliche Heimkinder

  • Grausige Vergangenheit in Kinderheimen beschäftigt Irland

  • Kirchenprivilegien Webspiegel vom 27.05.

  • Missbrauch; Staat und Religion. Der Webspiegel vom 19.05.

  • Eines Pfarrers Luxusdomizil, religiöse Personalpolitik und Ewald Stadler. Der Webspiegel vom 12.05.2014.

  • Religion im ORF, Abgeordnete im Gottesdienst – Der Webspiegel vom 5.5.2014

  • gottesdienst@orf.at

  • Kinderrechte: UN-Vatikan Bericht nun auch auf Deutsch erhältlich

  • Globale Studie zeigt: Briten am meisten skeptisch gegenüber Religion

  • Pädophile u. Missbrauch in der katholischen Kirche Österreich

  • Eine unabhängige Kommission, zwei Kommentare, zwei Heiligsprechungen… Der Webspiegel vom 07.04.2014

  • OGH: “Unabhängige Opferschutzkommission” kein irreführender Begriff

  • Katholisch reich Sein, Vertuschen und Entschuldigen. Der Webspiegel vom 31.03.2014

  • Initiative gegen Kirchenprivilegien fordert ein einheitliches Religionsgesetz für alle religiösen Gruppierungen